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Die Vorsitzende der WGK-Fraktion hat ihr Kreistagsmandat niedergelegt

Die Vorsitzende der WGK-Fraktion, Dr. Susanne Kirchhof, hat ihr Kreistagsmandat zum 13.06.2021 niedergelegt. Grund dafür ist ihr Wegzug aus dem Kreisgebiet.

Um einen reibungslosen Übergang für die Fraktion im Kreistag zu ermöglichen, erfolgte die Niederlegung vor der ersten Kreistagssitzung in Präsens nach dem Lockdown. Die Verpflichtung von Dr. Andreas Höpken, der für die scheidende Fraktionsvorsitzende nachrückt, erfolgt bei der heutigen Kreistagssitzung.

„Ich habe die politische Arbeit sehr gerne gemacht und gehe daher mit gemischten Gefühlen,“ sagt Susanne Kirchhof. „Das Miteinander in der Fraktion war zu jeder Zeit vertrauensvoll und konstruktiv. Auch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen war – abgesehen von den normalen Meinungsverschiedenheiten – zumeist konstruktiv. Demokratie funktioniert nur, wenn man hart in der Sache aber menschlich fair streiten kann, das habe ich hier im Kreistag bei den meisten Mandatsträgern so erlebt und dafür danke ich allen.“

Die WGK war bei den Kommunalwahlen 2018 aus dem Stand in Fraktionsstärke (2 Abgeordnete) in den Kreistag gewählt worden. Die Wählergemeinschaft ist primär aus den windkraftkritischen Bürgerinitiativen im Kreis hervorgegangen, sieht sich aber auch den anderen kommunalpolitischen Themen verpflichtet und unterstützt besonders Bürgerinitiativen, die sich mit ihren Anliegen an die WGK wenden.

Auch ohne Kreistagsmandat wird Dr. Susanne Kirchhof die Fraktion weiterhin eng unterstützen. „Ich fühle mich den Menschen, die die WGK gewählt haben, und meiner Fraktion gegenüber weiterhin in der Pflicht.“, so die ehemalige Fraktionsvorsitzende.

Dr. Susanne Kirchhof

Dr. Susanne KirchhofZur Kreiswahl am 6.Mai 2018 trete ich als Direktkandidatin für den Wahlkreis 18 im Kreis Rendsburg-Eckernförde an, zu dem neben Gettorf auch die Gemeinden Lindau, Schinkel, Tüttendorf und Neuwittenbek gehören. Gleichzeitig bin ich die Spitzenkandidatin der WGK.

Ich bin 44 Jahre alt, wohne mit meiner Familie in Holtsee und arbeite im wissenschaftlichen Support auf selbständiger Basis (Redigieren/Übersetzung von Facharktikeln, statistische Auswertung von wissenschaftlichen Versuchen)

Warum in den Kreistag?

Politischen Erfahrungen habe ich als Vorsitzende des Landesverbands der windkraftkritischen Bürgerinitiativen Für Mensch und Natur – Gegenwind Schleswig-Holstein e. V. gesammelt. Dabei stand und stehe ich sowohl im Dialog mit der Landespolitik als auch mit den politischen Gremien auf regionaler Ebene.

Ich habe zwei Volksinitiativen initiiert und durchgeführt.

Mein dringendes Anliegen ist es, einen echten Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Politik möglich zu machen. Dabei ist mir bewusst, dass ein Politiker nicht alles wissen kann, jeder Entscheidungsträger muss aber bei der Informationsbeschaffung den Grundsatz der Neutralität wahren. Der Dialog zwischen den Interessensgruppen muss offen und von gegenseitigem Respekt geprägt sein.

Oft aber wird das Anliegen der engagierten Menschen und auch die Argumente der Fachleute aus den Bürgerinitiativen im politischen Dialog nicht ernst genommen.

Das möchte ich ändern! Ich möchte mit der WGK erreichen, dass die Bürgerinitiativen auch im Kreistag eine Stimme haben.

Weiterhin musste ich feststellen, dass sich gerade die Politik im Kreis häufig in Zuständigkeitsdebatten erschöpft.

Politisches Arbeiten aber heißt für mich, mit Gestaltungswillen an Aufgaben heranzugehen.

Ein weiteres dringliches Anliegen ist die Aufklärung über Nutzen und Gefahren eines übermäßigen und rücksichtslosen Zubaus von Windkraftanlagen in unserem Kreis. Ich bin davon überzeugt, dass ein weiterer Zubau bei fehlenden Abnahme- und Speicherkapazitäten keinen Nutzen für den Klimaschutz hat. Ich sehe in dem politischen Bestreben, immer weitere Windkraftanlagen zu bauen, in erster Linie das wirtschaftliche Partikularinteresse.

Dabei werden die umfassenden ökologischen und sozialen Folgen für den ländlichen Raum absichtlich ausgeblendet. Die Ausweisung weiterer Flächen für Windkraftanlagen hat außerdem massive Auswirkungen auf die Entwicklungsmöglichkeiten der Kommunen. Immissionsschutzrechtliche Vorgaben stehen zukünftig der Ausweisung weiterer Wohngebiete entgegen. Es kommt zu sozialen Härten durch die Entwertung von Grundstücken. Hier muss der Kreis die Interessen der Menschen mit Nachdruck gegen landespolitisches Diktat vertreten.

Dafür werde ich mich einsetzen.